柏林佛光山

18.07.2024

Zustand der Ruhe
Ins Chinesische übersetzt von Dharmakṣema (385-433, Nördliche Liang-Dynastie)

Wenn unser Körper frei von unheilsamem Karma ist,
unsere Sprache ferne der vier Fehler* und
unser Geist frei von allen Verwebungen des Zweifels,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

Wenn unser Körper und Geist frei von Befleckungen sind,
wenn sie im Zustand der Gelassenheit verweilen und
das höchste Glück erlangen,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

Wenn unser Geist frei von Anhaftungen ist,
fern von Groll und Rache,
in beständiger Harmonie frei von Konflikten,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

Wenn wir es vermeiden, unheilsames Karma zu schaffen,
stets Reue in unseren Herzen spüren und
an karmische Vergeltung glauben,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

Wenn wir für unsere Eltern voll Ehrfurcht sorgen,
das Leben schützen,
und es unterlassen, den Reichtum anderer zu stehlen,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

Wenn wir alle unsere Sinne beherrschen,
uns mit tugendvollen Menschen umgeben und
uns von den vier teuflischen Anhäufungen** befreien,
wird ein Zustand der Ruhe erreicht.

* Die vier Fehler der Rede sind Lügen, Zwietracht säen, grobe Worte und Übertreibung.
** Die vier teuflischen Anhäufungen sind Verunreinigungen, die fünf Aggregate, Geburt und Tod, sowie Māra.

Der Unterschied zwischen Weisen und Unwissenden

Es gibt zwei Arten von Weisen:
Der erste begeht keinerlei Sünden,
der zweite weiß sie zu bereuen.

Es gibt auch zwei Arten von Unwissenden:
Der erste begeht Sünden,
der zweite vertuscht seine Fehler.

Begeht man unheilsame Handlungen,
kann man diese aufdecken und
sie bereuen und
sie nicht wiederholen.
Das ist wie wenn in trübem Wasser
eine helle Perle liegt.
Aufgrund der Strahlkraft der Perle
wird auch das Wasser rein.

Verschwinden die Wolken und
der Mond kommt leuchtend hervor,
ist das wiederum vergleichbar mit der Begehung unheilsamer Taten und ihrer Reue.

Gāthā von der Inexistenz des ursprünglich Existenten

Was ursprünglich existierte, existiert jetzt nicht mehr.

Was ursprünglich nicht existierte, existiert jetzt.

Dass die Dharmas in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren,
ist nirgendwo gegeben.

── aus Mahāparinirvāṇa Sūtra

18.07.2024