柏林佛光山

26.03.2021

Geist

Übersetzt von Yijing (635-713, Tang-Dynastie)

Der Geist gleicht in seiner Vergänglichkeit dem Wind,
der sich nicht fassen lässt.

Der Geist gleicht dem Wasser,
welches kommt und geht, ohne zu verweilen.

Der Geist gleicht dem Feuer,
das sich aus unzähligen Faktoren zusammensetzt;

Der Geist gleicht der Leerheit,
in der Verunreinigungen nur vorübergehend sind.

── Aus Maharatnakuta Sutra
(Sutra des Juwelenhaufens)

Was ist der Geist?

Ehrwürdiger Meister Hsing Yun (1927-, Fo Guang Shan)

Der Geist gleicht einem Affen, der nur schwer zu bändigen ist.
Kannst du deinen Geist beherrschen?

Der Geist gleicht einem Blitz, der mit einem Augenblick vergeht.
Kannst du die Absichten deines Geistes erfassen?

Der Geist gleicht einem wilden Reh, das seinen natürlichen Sinnen folgt.
Bist du dazu in der Lage, die Illusionen auszumachen?

Der Geist gleicht einem Dieb, der dich deiner Verdienste beraubt.
Kannst du dein Verlangen bezwingen?

Der Geist gleicht einem Feind, der dem Körper Schmerzen bereitet.
Kannst du dich von diesem schlechten Umgang fernhalten?

Der Geist gleicht einem jungen Diener, der sich von weltlichen Sorgen irritieren lässt.
Kannst du bescheiden und doch zwanglos leben?

Der Geist gleicht einem König, er es vermag, Befehle zu erteilen.
Kannst du die Tugenden im Menschen anregen?

Der Geist gleicht einer Quelle, die nicht aufhört zu fließen.
Kannst du gegenüber allen Lebewesen spendabel sein?

Der Geist gleicht einem Künstler, der alles in Farbe taucht.
Kannst du die Welt verschönern?

Der Geist gleicht dem leeren Raum, der unermesslich ist.
Kannst du das ganze Universum umarmen?

── Aus Renjian Fojiao Yulu

(Aufzeichnung der Lehren über den humanistischen Buddhismus)

26.03.2021