柏林佛光山

25.06.2021

Zehn Richtlinien für die Wohltätigkeit
Yuan Liaofan (1533-1606, Ming-Dynastie)

  1. Sei gut zu anderen.
  2. Bewahre Liebe und Respekt in deinem Herzen.
  3. Hilf anderen, ihr Ziel zu erreichen.
  4. Ermutige andere dazu, Gutes zu tun.
  5. Rette andere aus der Not.
  6. Tue, was für das Gemeinwohl gut ist.
  7. Gib deinen Reichtum auf und mache anderen Freude.
  8. Beschütze den rechten Dharma.
  9. Respektiere die Älteren.
  10. Schätze das Leben.

Der eine reine Geist

Vollbringt man Gutes, ohne dass der Geist am Guten anhaftet, so wird man erfolgreich sein und alles ist erfüllt.

Haftet der Geist jedoch am Guten an, so ist das trotz lebenslangem Fleiß nur halb so gut.

Spendest du beispielsweise deinen Besitz zur Rettung eines Menschen, verweile weder in deinem Selbst, welches gibt, noch verweile bei dem anderen, der annimmt, und verweile auch nicht in dem Gegenstand, der gegeben wurde. So spricht man von der dreifachen Leere, spricht man vom einen reinen Geist.

So kann die Spende von einem Pfund Getreide von unendlichem Wert sein. Und die Spende von einem einzigen Cent kann die Verfehlungen von tausend Kalpas tilgen.

Hat dein Geist hingegen noch nicht losgelassen, werden selbst zweihundert Stücke Gold kein Wohlergehen mit sich bringen.

── aus Liaofan Si Xun

Es gilt, das Gesetz von Ursache und Wirkung nicht zu verletzen
Yuan Liaofan (1533-1606, Ming-Dynastie)

Mündlich vermagst du andere für einen Moment zu überzeugen,
schriftlich vermagst du Hunderte von Generationen zu überzeugen.
Das Verdienst ist gleichermaßen unermesslich, solange es gut ist, bringt es höchstes Glück.

Die Fünf Regeln* gewährleisten die Wiedergeburt in menschlicher Form.
Die Zehn Wohltaten** führen zur Wiedergeburt im himmlischen Reich.
Die Ursachen und Wirkungen lassen sich nicht verbergen,
ihr Studium ist ein Gewinn.

* Die Fünf Regeln: nicht töten, nicht stehlen, kein sexuelles Fehlverhalten an den Tag legen, nicht lügen und keine Rauschmittel einnehmen.
** Die Zehn Wohltaten: nicht töten, nicht stehlen, keinen Ehebruch begehen, nicht lügen, keine harte Rede, keine spaltende Rede, kein müßiges Sprechen, keine Gier, nicht der Wut nachgeben und keine falschen Ansichten einnehmen.

Für die Sache Regeln aufstellen

Überschatte andere nicht mit dem, was du gut machst.
Forme andere nicht mit dem, was du gut findest.
Bedrücke andere nicht mit dem, was du gut kannst.

Verberge dein Geschick und deine Weisheit so, als gäbe es sie nicht.

Siehst du die Fehltritte anderer, sei großzügig und übergehe sie.

Eine Regel ist,
dass sie diese selbst berichtigen, eine Regel ist,
dass sie dadurch ermahnt werden und es nicht wagen, ein und denselben Fehler zu wiederholen.

Bemerkst du bei anderen, dass sie wenig gut machen und wenig gut finden, lass deine persönliche Perspektive beiseite und folge ihnen, lobe sie und tu davon weithin Kunde.

Im täglichen Leben solltest du mit jedem Wort und jeder Tat nicht aus Eigennutz handeln, sondern voll und ganz für die Sache Regeln aufstellen.

Auf diese Weise verhelfen große Denker zu öffentlichem Gemeinwohl in der Welt.

── aus Liaofan Si Xun

25.06.2021