柏林佛光山

24.04.2021

Die Welt, in der man nichts sieht und nichts hört

Ehrwürdiger Meister Hsing Yun (1927-, Fo Guang Shan)

Diejenigen, die wirklich hören können, lauschen dem Klang der Klanglosigkeit.
Diejenigen, die wirklich sehen können, betrachten die Form der Formlosigkeit.
Schließe ich meine Augen und entzünde in der Welt der Dunkelheit ein kleines Licht, so finde ich die ganze Welt in meinem Herzen.

Ich habe mich bemüht, nicht das Äußere zu sehen, sondern das Innere, nicht das Vorhandene zu sehen, sondern das Nichtvorhandene, nicht das Illusionäre zu sehen, sondern das Wahre, nicht den anderen zu sehen, sondern mich selbst.

Nach drei Monaten öffnete ich meine Augen, während ich den Korridor entlang ging. Ich sah dunkle Berge und helles Wasser, blauen Himmel und weiße Wolken, zu viel Schönes, als dass man alles bewundern könnte!

Nach einiger Zeit der Selbstreflexion sah ich zwar dieselben Berge und dieselben Gewässer, doch mein Gefühl war nun ein vollkommen anderes.

Selbst heute noch gehe ich in der Dunkelheit die Treppe auf und ab, ohne meine Augen zu nutzen.

Selbst das geht ohne Hindernisse.

Ich finde sogar, dass die Dinge, mit dem inneren Auge betrachtet, wahrhaftiger erscheinen, als mit dem Auge aus Fleisch und Blut.

── aus Hsing Yun’s Hundred Saying Series: Perfectly Willing

24.04.2021