柏林佛光山

22.03.2021

Formloses Gatha
Huineng (638-713, Tang-Dynastie)

Ist der Geist ruhig, wozu hält man sich dann an den Gelübden fest?

Ist das Handeln rechtens, wozu übt man sich dann in der Meditation?

Wer dankbar ist, pflegt ehrfürchtig die Eltern.
Wer aufrichtig ist, zeigt sich in alle Richtungen freundlich.
Wer nachsichtig ist, lebt harmonisch mit Edlen und Gemeinen.
Wer geduldig ist, prangert andere nicht wegen des Bösen an.

So wie beim Durchbohren von Holz Feuer entstehen kann,
ist auch sicher, dass aus dem Schlamm roter Lotos hervortreten wird.

Was bitter schmeckt, ist eine gute Medizin.
Was unliebsam klingt, ist ein ehrlicher Rat.

Wer Fehler korrigiert, wird Weisheit hervorbringen.
Wer Schwächen rechtfertigt, wird im Geist tugendlos bleiben.
Wer täglich übt, wird ständig Fortschritte machen.
Buddhaschaft ist nichts, was man durch Geldspenden erlangt.

Bodhi, die Erleuchtung, findet sich einzig im Geiste,
warum sollte man außerhalb davon nach etwas Mystischem suchen?

Hör auf das, was ich gesagt habe, und praktiziere es,
das Paradies liegt vor deinen Augen.

── Aus Liuzu Tanjing

(Das Plattform-Sutra des Sechsten Patriarchen)

*moralische Mäßigung, eine der fünf Sila.

22.03.2021