柏林佛光山

08.09.2021

Vertrauen (Auszüge)
Li Yuxiu (1662-1722, Qing-Dynastie)

Bei allem, was gesagt wird,
hat das Vertrauen Vorrang.
Schwindel und Lüge,
wie könnten sie geduldet werden?

Sprichst du viel,
ist es schlechter als wenig.
Beschränke dich darauf, wie es ist,
verzichte auf Schmeichelei und Eloquenz.

Schau auf das Gute im Menschen,
trachte danach, ihm gleichzukommen.
Auch wenn es außer Reichweite ist,
ziehe nach und nach gleich.

Siehst du das Schlechte im Menschen,
gehe in dich, um es zu prüfen.
Betrifft es dich, ändere dich.
Betrifft es dich nicht, nimm es als Mahnung.

Universelle Liebe (Auszug)

Bei den Menschen ist es so, dass sie alle Liebe verdienen.
Sie werden gleichermaßen vom Himmel behütet und gleichermaßen von der Erde getragen.

Wandeln wir erhaben, dann wird unser Ruf von selbst erhaben sein.
Was von den Menschen geschätzt wird, ist nicht ihre äußerliche Erhabenheit.

Schmeichelt nicht den Reichen, schaut nicht auf die Armen herab.
Verabscheut nichts, was alt ist, giert nicht nach dem Neuesten.

Die Menschen sind fehlerhaft, stellt sie nicht bloß.
Die Menschen sind eigennützig, lästert nicht drüber.

Über das Gute im Menschen zu reden, ist an sich gut.
Wissen die Menschen davon, dann werden sie sich verbessern.

Das Schlechte im Menschen hervorzuheben, ist an sich schlecht.
Wird es zu schlecht gemacht, macht man es nur schlimmer.

Ermutigt ihr zum Guten, entwickeln sich die Tugenden.
Unterlasst ihr die Korrekturen, gelangen beide Seiten auf den falschen Weg.

Was immer ihr gebt oder nehmt, achtet auf das rechte Maß.
Gebt besser mehr und nehmt besser weniger.

Bevor ihr andere bedrängt, hinterfragt euch selbst zuerst.
Wünscht ihr es für euch selber nicht, lasst rasch davon ab.

Gnädiges möget ihr vergelten, Gehässiges möget ihr vergessen.
Verringert die Reaktion auf Gehässiges, erweitert die Reaktion auf Gnädiges.

── aus Di Zi Gui

08.09.2021