柏林佛光山

06.08.2021

In der Meditationshalle
Liu Zongyuan (773-819, Tang-Dynastie)

Fruchtbarer Boden bringt grünes Gras hervor, umgeben von Bergen, ein unberührtes Weiß.
Wilde Blumen fallen auf eine abgelegene Behausung, drinnen Gäste, frei von weltlichen Sorgen und Leiden.
Was da ist, lässt sich im Grunde nicht greifen, was leer ist, entbehrt der Unterscheidung.
Alle Dinge entstehen aus dem Zusammenspiel ihrer Ursachen, erbärmlich ist im Getöse ihr Schweigen.
Der Geist funktioniert von Natur aus auf dieselbe Weise, keine Spuren hinterlassend, wie Vögel, die davon fliegen.

── aus Chanlin Xiangqijian

Anmerkungen zum „Pavillon der Kiefer im Wind“
Deng Wenyuan (1259-1328, Song-Dynastie)

Im Bergregen treiben die Wolken, die Spuren von Tinte verteilen sich.
Unter der Kiefer im Wind sitze ich aufrecht, besänftige die Wurzeln des Irdischen.
Mit dem Pinsel im Lot werde ich des wahren Samādhi gewahr, genau so ist die Pforte der Nicht-Zweiheit des Tathāgata.

— aus ‘Song Feng Ge Shi Tie’ Ti Ba

Ein Augenblick der Geduld, ein Augenblick der Stille
Huang Tingjian (1045-1105, Song-Dynastie)

Hundert siegreiche Schlachten sind von geringerem Wert als ein Augenblick der Geduld;
Zehntausend treffende Bemerkungen sind von geringerem Wert als ein Augenblick der Stille.

— aus Quan Song Shi

Anmerkung: Unser Ziel in der Meditationshalle ist nicht, andere, sondern uns selbst zu trainieren, damit wir in der Lage sind, schmunzelnd Widrigkeiten zu ertragen. Wenn Du vor Herausforderungen stehst, bleibe ruhig im Herzen; bist Du mit Chaos konfrontiert, bleibe gelassen. Mein Herz ist der Ort der Kultivierung, es ist das Buddha-Land, in dem es von Natur aus vollkommene Leichtigkeit und Gelassenheit gibt.

06.08.2021