柏林佛光山

06.07.2021

Auch Unvollkommenheit hat ihren Reiz
Ehrwürdiger Meister Hsing Yun (1927-, Fo Guang Shan)

Der Mond muss nicht vollkommen sein, auch Unvollkommenheit hat ihren Reiz.
Im Leben muss man nicht wohlhabend sein, auch Wohlgefühl bringt einem Glück.

── aus Fo Guang Cai Gen Tan

Seinen Besitz nicht zu nutzen ist genauso wie den Besitz gar nicht zu haben.
Sein Vermögen nicht zu nutzen wissen ist genauso wie es nicht anzurühren.

Besitz zu „nutzen“ ist besser, als Besitz zu „haben“.
Wohlhabend ist, wer Besitz „hat“, doch weise ist, wer Besitz „nutzt“.

── aus Fo Guang Cai Gen Tan

Betrachtet man Verzicht als Eigentum, so ist man nicht habgierig.
Betrachtet man Mühsal als Vergnügen, so leidet man nicht.
Betrachtet man Fleiß als Reichtum, so ist man nicht arm.
Betrachtet man Geduld als Stärke, so hat man nichts zu fürchten.

── aus Fo Guang Cai Gen Tan

Anmerkung: Auf der Welt ist nichts beständig, alles ist leer. Wenn wir es mit einem ausgeglichenen Geist betrachten, sind Vorhandenes und Nichtvorhandenes auf der Welt gleichermaßen gut, denn wir betrachten es wie die Blume im Spiegel und den Mond im Wasser. Wer besitzt, lebt sorgenfrei. Wer nichts besitzt, kann auch unbeschwert sein und das Grenzenlose, das Schrankenlose und das Unermessliche erfahren. Gewinn ist ein Segen, und Verlust ist die Bedingung für neues Entstehen. Für einen ausgeglichenen Geist stellen Reichtum und Armut, Gewinn und Verlust kein Hindernis dar.

06.07.2021