柏林佛光山

06.06.2021

Ein ewig Schwur: Lektüre von Feng Zikais „Sammlung von Bildern zum Schutz des Lebens“ (Auszug)
Xi Murong (1943-)


Eine „Sammlung von Bildern zum Schutz des Lebens“ liegt auf meinem Tisch. Bei jedem Anblick steigt Kummer auf und jede Lektüre darin weckt derart empfindsame Gefühle in mir.
Was mein Herz berührt, sind die fünfzig Jahre voller Höhen und Tiefen, welche im ersten bis zum sechsten Band vorkommen.

Über fünf Jahrzehnte, das halbe Leben des Künstlers also, hat er seine Anstrengungen ein unddemselben Ziel gewidmet. Er hat sowohl akribisch Materialien gesammelt als auch sorgfältig überlegt, gemalt und begleitende poetische Verse geschrieben. All dies für nichts weniger als sein Versprechen zu halten: „Ganz gleich wie lange ich in der Lage sein werde zu leben, so halte ich deine Worte hoch.“ Dies kam alles aus seinem Wunsch heraus, Hochachtung und Respekt gegenüber seinem Lehrer auszudrücken, dem er seit dem einunddreißigsten bis zum achtundsiebzigsten Lebensjahr gefolgt ist. Denkt man darüber nach, so widmete er einen Großteil der Hälfte seiner Lebenszeit dem Erfüllen seines immerwährenden und schönen Schwurs. In einer Ära geprägt von Friede und Wohlstand ist dies bereits eine unwahrscheinliche Meisterleistung. Umso mehr ist es das, wenn man fünfzig Jahre in China gelebt hat, mit all den Schwierigkeiten und Turbulenzen, von denen
wir alle wissen.

In diesem Werk kommt all die Wärme, der Geist von Liebe und Mitgefühl eines Buddhisten, in seiner besten Weise zum Ausdruck, hier hat das passionierte und wahrhaftige Anliegen des Künstlers seine höchste Stufe erreicht. Ist es nicht ein Wunder, wie diese Sammlung endlich veröffentlicht werden und so vielen Chinesen zum Vorbild werden konnte? Wie sonst könnten die Bemühungen dieser Menschen beschrieben werden? Ich meine, dass es Dinge in dieser Welt gibt, die wir nicht zu verstehen vermögen. Womöglich besteht die einzige Lösung im Vertrauen darauf, dass eine Kraft außerhalb von uns existiert, welche alles regelt.

── aus You Yishou Ge

06.06.2021